Energieleitbild der Stadt Bad Schandau vom 6. Juli 2011
Ausgangssituation:
Bad Schandau hat im Rahmen einer CO2 Bilanz mit Basis 2009 ermittelt. Auf jeden Einwohner entfallen 5,78 t CO2-äq, was sachsenweit einen guten Wert darstellt.(Bundesdurchschnitt 13,5 t CO2-äq).
Ausgehend von dieser Situation muss es Ziel sein, die CO2-Bilanz der Stadt weiter zu verbessern.
Ziele eines Energieleitbildes:
- Selbstverpflichtung des Stadtrates bei künftigen Entscheidungen das Energieleitbild zu berücksichtigen und somit kontinuierlich Energie zu sparen und erneuerbare Energien zu nutzen.
- Nachhaltige Energiepolitik nützt dem Menschen und schützt die Umwelt.
- Motivation für Bürger, Handwerk, Gewerbe und Industrie Energie zu sparen und auf erneuerbare Energien umzusteigen.
- Langfristige Sicherung unserer Lebensqualität durch Steigerung des Anteils an erneuerbaren Energien und somit Steigerung der Wertschöpfung vor Ort und in der Region.
- Dadurch positive Entwicklung der Energiekosten für Gemeinde, Haushalte und die heimische Wirtschaft.
Grundlagen der Leitbilddiskussion:
- Aktiver Klima- und Umweltschutz
- Langfristige Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen
- Sparsamer Einsatz von Rohstoffen und Energie
- Gemeinsames Handeln von Bürgern, Institutionen und der Stadt
Untersetzung der Grundlagen/ Umsetzungsvorschläge:
Zu Aktivem Klima- und Umweltschutz
- Maximale Nutzung erneuerbarer Energieformen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte
- Überprüfung der Möglichkeiten zur Errichtung von Fernwärmenetzen
- Verringerung der Verkehrsbelastung durch Errichtung von verkehrsberuhigten Zonen
- Ausbau der Elektromobilität
- Förderung des ÖPNV durch Schaffung von P+R Plätzen
- Einsatz von Kraft-Wärme-Kopplung für öffentliche Gebäude
- Förderung von Energieberatung
- Senkung der CO2 Bilanz in der Gemeinde um 15 % bis 2030
Zu Langfristige Sicherung der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen
- Ausbau der Solarenergie-Nutzung Steigerung um 30 % bis 2030
- Blockheizkraftwerke für kleinere Bebauungen vorsehen Erhöhung um 20% bis 2030
- Prüfung der Nutzung eigener Ressourcen (Stadtwald für Hackschnitzel)
- Gründung von weiteren Bürgerkraftwerken
Zu Sparsamer Einsatz von Rohstoffen und Energie
- Steigerung der regenerativen Stromerzeugung bzw. Strombezugs um 30 % bis 2030 zum Beispiel durch Errichtung von PV- Anlagen auf kommunalen Gebäuden.
- Einführung eines Energiemanagements für kommunale Gebäude
- Umrüstung auf energiesparende Geräte und Ausstattungen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte
- Einrichtung von Ladestellen für Elektrofahrräder und Ansiedlung von Elektrotankstellen
- Energieverbrauch bei Neu- bzw. Ersatzbeschaffungen als wesentliches Entscheidungskriterium betrachten vergleichbare Verbraucher, die einen geringeren CO2 Ausstoß verursachen, werden bevorzugt.
- Senkung des Wärmebedarfs für alle öffentlichen kommunalen Liegenschaften um
- 20 % bis 2030
- Steigerung der regenerativen Wärmeerzeugung auf 10 % bis 2030 in öffentlichen Liegenschaften
Zu Gemeinsames Handeln von Bürgern, Institutionen und der Stadt
- Energiethemen in der Öffentlichkeit mehr Beachtung schenken
- Aufklärung über Effizienz verschiedener Energiemodelle
- Ökologische Grundsätze in öffentlichen Ausschreibungen mehr Beachtung schenken
- Erziehung der Kinder in einem besseren Energiebewusstsein
- Durchführung kontinuierlicher Energieprojekte in der Grundschule
- Stadt muss ihrer Vorbildrolle gerecht werden
Leitsätze des Energieleitbildes Bad Schandau
- Geringere Klimabelastung durch die maximale Nutzung der erneuerbaren Energieformen und den Einsatz neuester Energietechniken
- Verbesserung der Luft- und Wasserqualität
- Beschränkung des Landschaftsverbrauchs und Reduzierung der Flächenversiegelung
- Reduzierung der Verkehrsbelastung durch die Stärkung des ÖPNV
- Sinnvolle Geschwindigkeitsbeschränkung, Ausbau des Rad- und Fußwegenetzes und die Förderung der Elektromobilität
- Sicherung des regionalen Energiebedarfes durch die verstärkte Nutzung eigener Ressourcen (z.B. Biomasse, Solarenergie, Erdwärme)
- Erhalt und Stärkung der qualitativ hochwertigen Nahversorgung im Ort (Handel, Dienstleistung, Handwerk und Gewerbe)
- Entwicklung von Bad Schandau zum umweltfreundlichen Tourismusstandort mit dem Qualitätssiegel „Kneippkurort“
- Reduzierung des Energieverbrauches durch bewusstes Verhalten und den Einsatz von effizienter Technik bei Gebäudedämmung und Heizung
- Größtmögliche Energieeinsparung im öffentlichen und privaten Bereich durch gezielte Informationsangebote und Förderung der Beratung
- Entwicklung von Fernwärmeheizanlagen für öffentliche Gebäude
- Frühzeitige Schaffung von Umweltbewusstsein durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit (Angebote in Schule und Kitas)
- Organisation gemeinsamer Veranstaltungen zu den Themen regenerative Energien, nachhaltige Nutzung regionaler Ressourcen und schonender Umgang mit der Umwelt
- Bildung von Projektgemeinschaften zur Umsetzung von Nahwärmenetzen und Energiegewinnungsanlagen (z.B. Bürgerkraftwerken)
- Vorbildfunktion der Stadt Bad Schandau in der Energie- und Umweltpolitik
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